Brubacher Hof: „eine Katastrophe“ für Trier!

Trotz negativer demographischer Entwicklung, wie vom Institut für Wirtschaft in Köln prognostiziert, will die Stadt Trier am Bauprojekt Brubacher Hof festhalten.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, veröffentlichte jüngst den demographiebedingten Bedarf an Wohnraum in Deutschland. Hiernach zeichnet sich bereits jetzt für die kreisfreie Stadt Trier ein Überhang von 31% überschüssigem Wohnraum ab. Es entsteht also deutlich mehr Wohnraum als zukünftig in der Stadt Trier benötigt wird. Dies korreliert in der Regel mit einem entsprechenden Leerstand, in anderen Stadtteilen, der in den nächsten Jahren eher zu- als abnehmen wird. Leerstand sollte sich aber keine Stadt leisten, da dies immer mit einem sozialen Abstieg verbunden ist.

Während Koblenz mit etwa 41% eher zu wenig Wohnraum schafft, ist in Trier bereits jetzt ein Überangebot an Wohnungen vorhanden. Lediglich im Kreis Trier Saarburg entstehen mit 91% des Sollwertes etwa knapp so viele Wohnungen, wie aktuell benötigt werden, was einer vernünftigen Planung entspricht. 

Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert weiter, daß der demographiebedingte Bedarf an Wohnraum fernab der Ballungszentren in den Folgejahren 2020 bis 2030 trotz Zuwanderung weiter abnehmen wird. Es ist auch damit zu rechnen, daß die ländlichen Gemeinden die Abwanderung ihrer Bevölkerung durch attraktive Anreize in ihren Gemeinden verhindern werden. Darüber hinaus wird das Zusammenleben in überfüllten Städten auch nicht besser, sondern eher schlechter für die Menschen.

Mit dem Baugebiet „Brubacher Hof“ wird dem Leerstand in Trier weiter Vorschub geleistet. Mit den dort geplanten 1.100 Wohneinheiten wird dieser Trend weiter verschärft. Zusätzlich sind erhebliche infrastrukturelle Probleme zu erwarten, da die Verkehrsanbindung nicht annähernd für diese zusätzliche Belastung ausgelegt ist. Bei 1.100 Wohneinheiten ist mit einer doppelt bis dreifach so hohen Zahl an Bewohnern zu rechnen. Dies wird im Klartest bedeuten, daß dort mit etwa mit 2.500 bis 3.000 Menschen zu rechnen ist. Ein großer Teil dieser Anwohner wird mit dem eigenen PKW die Straßen, die dafür jetzt schon nicht ausgelegt sind, zusätzlich belasten.

In Abhängigkeit von der Bebauung ist auch die Gefahr einer Ghettobildung mit all ihren negativen Folgen nicht ausgeschlossen.

„Wenn Brubach scheitert, steht Ruwer bereit“, war kürzlich zu lesen und stammt von der neuen Ortsvorsteherin in Ruwer.

Damit wird das oben geschilderte Problem lediglich von Brubach nach Ruwer verlagert. Die Infrastruktur ist auch dort nicht annähernd vorhanden. Die Straße zwischen Ruwer und Trier ist in einem desolaten Zustand und es reicht sicherlich nicht, lediglich die Teerdecke zu erneuern, wie die Ortsvorsteherin hofft. Die Anwohner werden mit saftigen Straßenausbaubeiträgen rechnen müssen und wiederkehrende Beiträge lösen das Problem auch nicht.

Das in Ruwer entstehende Neubaugebiet „Zentenbüsch“ wird auch nicht zu dem erwünschen bezahlbaren Wohnraum beitragen. Dieser wäre auch jetzt schon zu realisieren, wenn nicht die Nebenkosten ins Unendliche schießen würden. Auch der geplante Fahrradweg wird die vernachlässigte Infrastruktur nicht verbessern können. Die Belastung für alle Bewohner im näheren und weiteren Umkreis wird sich allerdings deutlich bemerkbar machen.

Wenn einerseits mehr Wohnungen gebaut als benötigt werden, werden zwar die Mieten sinken, gleichzeitig aber wird auch die Verwahrlosung der ganzen Gegend zunehmen. In jedem Falle führt dies aber zu Leerstand von Wohnraum, mit ebenfalls zunehmender Verwahrlosung der gesamten Gegend. Wie dies aussieht, kann man sich in anderen Städten ansehen.  

Die Freien Wähler werden sich entschieden gegen solche Großbau Vorhaben wenden und sie werden auch für eine Abschaffung der Straßenausbaugebühren kämpfen. 

Trier, den 29.07.2019

Dr. Ingrid Moritz

Kreisvorsitzende Freie Wähler Trier Stadt

Mitglied des Stadtrates

 

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