Die Ferienflüge des Herrn Spahn und seiner Staatssekretäre zur vermeintlichen Rettung unseres Gesundheitssystems!

Pflegekräfte aus Albanien, dem Kosovo und jetzt aus Mexiko. Auf diese geniale Idee warten wir schon lange, Herr Spahn! Die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss (CDU) hat sich zu diesem Zweck im August sogar auf den Philippinen aufgehalten (Das muss aber mächtig Überwindung gekostet haben). Das Gleiche gilt für die geplante Reise von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach Mexiko. Eine so weite Reise in ein Urlaubsland und das noch auf Staatskosten. Dass er bereit ist, diese Strapazen auf sich nehmen, dafür wird ihm das deutsche Volk ewig dankbar sein.

Aber: Die Voraussetzungen für den Kollaps unseres Gesundheitssystems wurden systematisch in den vergangenen vier Jahrzehnten von allen beteiligten Politikern geschaffen. Zunächst einmal wurden die Fachkräfte im eigenen Land über Jahrzehnte kontinuierlich und systematisch vergrault. Sie wurden durch regelmäßige massive Überstunden, überzogene Dokumentationspflicht und exorbitante Arbeitsbelastung an den Rand der Verzweiflung gebracht. Zur Abrundung wurden unsere Fachkräfte dazu noch grottenschlecht vergütet. Nachdem dann auf diese Weise im eigenen Land alle erfolgreich und nachhaltig demotiviert sind, reisen unsere Politiker lächelnd durch die Welt, um Fachkräfte aus entlegenen Ländern, die dort angeblich im Überfluss vorhanden sind, anzuwerben.

Jens Spahn (CDU) will im Kampf gegen die Personalnot in der Pflege gezielt Fachkräfte in Südosteuropa anwerben. Dort gebe es angeblich ein hohes Potenzial an jungen Fachkräften. Es gebe aber erhebliche Probleme bei der Visavergabe. Das lässt Ihn angeblich verzweifeln. „Diese ausgebildeten Fachkräfte müssen oft zehn Monate auf ein Visum für Deutschland warten.“ Die Abläufe müssten daher deutlich beschleunigt werden. Auch die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse dauere zu lange. Spahn wies darauf hin, dass bis zu 50.000 zusätzliche Pflegekräfte in Deutschland benötigt würden. Es sei kaum mehr möglich, in Deutschland ein Krankenhaus oder eine Pflegeeinrichtung ohne ausländische Pflegekräfte zu betreiben.

 

Ist das ein absolut neues Phänomen? Hat das vorher in Deutschland niemand registriert? Nachdem in Deutschland jeder Gesundheitsminister spielen darf, von denen einer so gut war wie der andere, sind unsere Fachkräfte lieber ins Ausland gegangen als dass sie sich hier physisch und psychisch zermürben lassen. Im Ausland erfahren sie dann auch noch eine faire Bezahlung und so etwas wie eine Wertschätzung, was in Deutschland inzwischen völlig abwegig ist.

 

Darüber hinaus ist anzumerken, dass doch (nach den Aussagen hochrangiger Politiker) in den vergangenen Jahren bereits sehr viele Fachkräfte (> 1 Mio.) hier in Deutschland angekommen sind. Warum brauchen wir dann noch zusätzliche Fachkräfte aus Südosteuropa, den Philippinen oder Mexiko?

Wir wissen ja sehr gut, dass gerade aus Ländern wie z.B. Syrien schon immer die qualifiziertesten Fachkräfte kamen. Auch Technische Innovationen, Patente und Nobelpreisträger waren immer überdurchschnittlich häufig in diesen Ländern vertreten. Oder doch nicht?

Medizinische „High End“ Experten (Ärzte) kommen in großer Zahl aus diesen Ländern – allerdings häufig mit gefälschten Dokumenten (was offiziell bestritten wird). Diese gefälschten Berufs- und Studienabschlüsse müssten in Zukunft schneller anerkannt werden, so wird es offensichtlich vom Gesundheitsministerium gewünscht. Hauptsache auf dem vorgelegten und frei übersetzten Dokument steht „Arzt“ oder „Dr. medic“, auch gerne genommen. Da schauen wir doch nicht so genau hin, wir wollen uns doch keinen medizinischen Notstand nachsagen lassen!

Das deutsche Gesundheitssystem (und nicht nur die Pflege) wurde in der Vergangenheit erfolgreich zusammengespart und an die Wand gefahren. Jetzt ist das Chaos nicht mehr zu übersehen und auch beim letzten Patienten oder Bürger angekommen. Aber die Idee, mal eben mehr als Zehntausend Pflegekräfte aus dem Ausland zu holen, übrigens auch qualifizierte Ärzte, ist geradezu genial. Da muss man schon ein besonders wacher Zeitgenosse sein, um darauf zu kommen.

Was ist aber mit den jungen Leuten in Deutschland. Warum werden diese nicht zu Fachkräften ausgebildet? Warum müssen immer mehr deutsche Abiturienten im Ausland Medizin studieren, statt in Deutschland? Warum können diese nicht in Deutschland studieren oder wenigstens in Deutschland eine Pflegeausbildung machen, wenn sie schon keinen Studienplatz bekommen?

Und noch etwas: Wenn eine deutsche Fachkraft (Arzt) im Ausland arbeiten möchte, muss sie viele Hürden überwinden um dort arbeiten zu können. Zusätzlich zu einer medizinischen Prüfung wird ihr dort auch eine selbst finanzierte Sprachprüfung abverlangt. Im Gegenzug bekommen Fachkräfte die aus dem Ausland zu uns kommen dies alles in Deutschland selbstverständlich gratis und hinterher geschmissen. Wir sollten daher gleich alle ausländischen Titel und Abschlüsse anerkennen, egal woher sie kommen und welchem Standard sie entsprechen.

Ja, wir haben lange auf diese geniale Idee gewartet. Ein solcher Geistesblitz war längst überfällig. Länder, die heute bereist werden um „Fachkräfte“ nach Deutschland zu holen, wurden vor kurzem und werden teilweise noch heute von unseren Entwicklungshilfeministern bereist und unterstützt. Offenbar ist die deutsche Entwicklungshilfe so effektiv, dass es mit solchen Aktionen nur steil nach oben gehen kann. Wir schaffen das! Und wenn nicht, was ist dann schon passiert: Das deutsche Gesundheitssystem hat ohnehin einen Totalschaden.

Dr. med. Bruno Panzner

Stellvertretender Kreisvorsitzender

FREIE WÄHLER Kreisvereinigung Trier

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