Freie Wähler „for future“

Die Protestbewegung der Jugend „Fridays for Future“ gegen den Klimawandel wird von den Freien Wählern ausdrücklich begrüßt. Allerdings sollte man diesen Protest nicht nur auf Fridays beschränken, sondern auch dementsprechend leben und sich nicht mit dem SUV von den Eltern zur Schule fahren lassen. Darüber hinaus muß man auch zwingend den Protest mit Inhalten füllen. Andernfalls läuft man Gefahr, daß auf der politischen Ebene, durch die etablierten Parteien, lediglich reger Aktionismus betrieben wird. Ausrufen des Klimanotstands, Fahrverbote, Tempo 30 Zonen und Vieles mehr. Den Klimawandel mit einer Steuer gar wegkaufen zu wollen ist grotesk und zeigt auf welchem Niveau die Diskussion zur Zeit geführt wird. Eine CO2 Steuer ist wie ein Ablaßhandel und ebenfalls nicht geeignet, das Problem zu lösen. Die Lösung liegt auch nicht in Windrädern, die wie Pilze aus dem Boden sprießen und nur mit Subventionen laufen.

Die Verunsicherung in den etablierten Parteien ist im Augenblick so groß, daß sie kopflos  Programme entwickeln, die jedoch die Problematik eher verschärfen, als daß sie geeignet sind, irgendetwas zu verbessern.

Dabei liegt die Lösung eigentlich nahe und eine Teillösung, mit der man zumindest einmal anfangen könnte, vor der Haustür oder im Briefkasten.

Wöchentlich werden fast alle Haushalte in der Bundesrepublik flächendeckend mit Werbeblättern zugemüllt. Pro Werbesendung werden etwa 500 g Papier wöchentlich in die Briefkästen und in den Hauseingängen abgelegt. Auch wenn die Mehrheit der Bevölkerung das nicht möchte. Man ist quasi wehrlos gegen diese Vermüllung.

Für eine Stadt wie Trier, mit etwa 100.000 Einwohnern, dies entspricht etwa 50.000 Haushalten, kann man grob davon ausgehen, daß diese Haushalte mit jeweils ca. 500 g dieser Prospekte pro Woche („Die Woch“, „TIPP“, Wochenspiegel, Rathauszeitung, sonstige Werbesendungen) vermüllt werden. Daraus ergibt sich ein geschätzter Papierverbrauch von ca. 25.000 kg Papier pro Woche nur für Werbung in dubiosen Wochenblättern, die als Zeitungen oder Zeitschriften ohne nennenswerten Inhalt getarnt sind. Der Jahresverbrauch (52 Wochen) liegt somit grob bei 1,3 Mio. kg, dies entspricht 1.300 Tonnen Papier. Hierbei sind die Tageszeitungen und sonstige Werbesendungen noch nicht berücksichtigt.

Aus einer etwa 25 m hohen Fichte lassen sich knapp 700 kg Papier herstellen. Für 1,3 Mio. kg Papier müssen also ca. 1.800 Fichten gefällt werden. Bei einem Pflanzabstand von etwa 5m entspricht dies grob einer Fläche von 46.000 m², die abgeholzt wird (1). Dies entspricht einer Größe von etwa 7 Fußballfeldern Wald, der zwar abgeholzt aber nicht gleichzeitig wieder aufgeforstet wird. Und das gilt nur für Trier.

Für Mainz und Wiesbaden wären diese Flächen etwa doppelt so groß. Für eine Millionenstadt wie Köln müßte eine Fläche von etwa 70 Fußballfeldern aufgeforstet werden. In der Realität sind wir davon aber weit entfernt. Eine Aufforstung dieser Waldflächen mit Laubbäumen in dieser Größenordnung ist nirgends zu sehen. Dies wäre aber dringend nötig, da diese Bäume im Klimakreislauf eine sehr wichtige Rolle spielen.

Der Wald und insbesondere der Laubwald in unserem Land ist für unser Ökosystem von eminenter Bedeutung. Die in den Blättern der Bäume ablaufende Photosynthese ist wohl die bedeutendste Energieumwandlung für die Entwicklung komplexen Lebens auf der Erde. Hier wird mit Hilfe der Sonnenenergie in großem Maße CO2 zu Zucker, Wasser und Sauerstoff umgewandelt. Je größer die vernichteten Waldflächen, desto weniger CO2 wird in Sauerstoff umgewandelt. Je größer also die Waldfläche, um so mehr CO2 kann der Luft entzogen und in Sauerstoff umgewandelt werden. Die Aufforstung dieser abgeholzten Waldflächen wäre also eine absolute ökologische Notwendigkeit und müßte höchste Priorität haben, um dem Klimawandel entgegen zu wirken.

Auch die Abholzung und Brandrodung großer Areale des Regenwaldes in Südamerika ist eine ökologische Katastrophe für das Weltklima. Trotzdem geht es munter weiter.

Die Entwicklung in Deutschland, aber auch international muß unbedingt gestoppt werden, bevor wir anfangen an anderen Stellschrauben zu drehen. Blinder Aktionismus unserer derzeit verantwortlichen Politiker führt nicht zum Ziel. Die Politik muß endlich verstehen, daß sie die Naturgesetze nicht ändern und auch nicht beeinflussen kann. Wenn dies endlich verstanden wird und ideologische Betrachtungsweisen in den Hintergrund gerückt werden, sollten wir wieder optimistisch in die Zukunft schauen können.

In diesem Sinne sind Freie Wähler für den Erhalt und die massive Aufforstung der Wälder und gegen die immer größer werdende Papierflut, die meist unbeachtet in der Tonne landet.

1) https://www.regenwald-schuetzen.org/fileadmin/user_upload/pdf/Projekt/Weil-wir/Papier/weil-wir-es-wert-sind-wie-viel-in-baeumen.pdf

Foto: Dr. Panzner, FREIE WÄHLER Kreisvereinigung Trier

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