5. Bildungsstandort stärken, Familien entlasten

 

Bildung ist die Grundlage einer modernen Gesellschaft und verschafft den Zugang zu Arbeit und Wohlstand. Wir FREIEN WÄHLER fordern daher ein optimales Bildungssystem mit größtmöglicher Chancengerechtigkeit. Unser Ziel: Chancen für alle Kinder, unabhängig von der sozialen Herkunft. WIR FREIEN WÄHLER sind der Überzeugung, dass ein gegliedertes Schulsystem bei weitem besser als die Einheitsschule spezifische Fördermöglichkeiten für die entsprechenden individuellen Begabungen der Kinder bietet. Damit jedes Kind auch tatsächlich seinen optimalen Bildungsweg geht, sollen die Eltern beraten und die Bedingungen für die individuelle Förderung weiter verbessert werden. Wir FREIEN WÄHLER wollen eine Brücke schlagen zwischen einem arbeitsmarktbezogenen und einem humanistischen Bildungsideal. Die Schule soll nicht nur Wissen und Können, sondern auch Herz und Charakter bilden. Wir wollen unseren Kindern eine kulturelle Heimat und klare ethische Maßstäbe fürs Leben mitgeben. Werte machen stark für ein gelungenes Leben. Unsere Gesellschaft braucht selbständig denkende, kritische aber auch engagierte junge Menschen, die bereit und in der Lage sind, Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen.

5.1 Personelle und materielle Stärkung der Schulen!

Die Bildungseinrichtungen von der Kindertagesstätte über die verschiedenen Schulen bis zu den Hochschulen müssen personell und materiell so ausgestattet werden, dass sie auch der Bildungs- und Erziehungsaufgabe gerecht werden können. Hier besteht in Rheinland-Pfalz erheblicher Nachholbedarf! In Nordrhein-Westfalen werden derzeit etwa 1.600 neue Lehrer für Deutschklassen für Flüchtlingskinder eingestellt, in Hessen zusätzliche 800. Ähnliche Anstellungen laufen derzeit in Bayern und Baden-Württemberg. Nur in Rheinland-Pfalz glaubt man sich mit Aushilfskräften und Inklusionsmodellen durchwurschteln zu können. Statt endlich mehr Lehrer einzustellen, setzt rot-grün auf Vertretungslehrer, die in den Schulferien entlassen werden um die Kosten für diese Kräfte auf die Gemeinschaft der Arbeitslosenversicherten abzuwälzen, oder auf 15 € „PES“ Kräfte: PES steht für „Personalmanagement im Rahmen Erweiterter Selbständigkeit von Schulen“, ein Programm, wonach die Schulen für die Vertretung von Unterricht „Lehrkräfte“ für 15 € die Stunde anstellen können. Statt von ausgebildeten Lehrern werden die Kinder in Rheinland-Pfalz dann von PES Kräften „geschult“, die als Qualifikation bestenfalls das 1. Staatsexamen vorweisen können. Wir FREIEN WÄHLER halten diese Einstellungspraxis für skandalös und fordern ein grundlegendes Umsteuern in der Personalpolitik des Landes!
Auch bei der Umsetzung der Inklusion (behinderte und nicht behinderte Menschen werden zusammen unterrichtet) zeigen sich erhebliche Probleme: Statt die Schulklassen deutlich zu verkleinern und das pädagogische Personal um sonderpädagogisches, pflegerisches und psychologisches zu ergänzen, läuft das rot-grüne Inklusionsmodell auf das „Einpassen“ in das bestehende System bis an die Grenzen des Zumutbaren für alle Beteiligten hinaus. Das System läuft auf Verschleiß hinaus. Inklusionsorientierte Bildungspolitik kostet Geld und verursacht Mehraufwendungen. Wir FREIEN WÄHLER fordern daher, dass entweder mehr Geld in den inklusionsbedingten Umbau des Regelschulsystems investiert wird, um den gestellten Aufgaben gerecht werden zu können, oder aber die Rückkehr zur Förderschule. Die Förderschulen zu schließen, ohne aber die nötigen Investitionen in das bestehende Regelschulsystem zu tätigen, ist auf Dauer zum Scheitern verurteilt und wird die mit der Inklusion verfolgten Ziele nicht erreichen können.

Wir FREIEN WÄHLER fordern daher:

  • Einstellung von mehr Lehrern, auch für den Vertretungsunterricht!
  • Verbot Vertretungslehrer als „Regellehrer“ einzusetzen – Vertretungslehrer sollen den regulären Lehrer vertreten und nicht ersetzen!
  • gut ausgebildete Lehrer und keine 15 € „PES“ Kräfte ohne echte Befähigung zum Lehramt!
  • Umwandlung von Zeitverträgen in Daueranstellungen – „Ferienkündigungen“ abschaffen!
  • Einstellung von sonderpädagogischen, pflegerischen und psychologischen Integrationskräften, um die Inklusion überhaupt verwirklichen zu können.

5.2 Bildungsangebote verbessern für bestmögliche Chancen im Leben!

Jedes Kind muss in der Schule ausreichend Deutsch sprechen, damit alle dem Unterricht folgen können. Wir FREIEN WÄHLER fordern eine verbindliche Vorschule mit dem Schwerpunkt der Spracherziehung. Eine Sprachförderung sollte auch den Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund ermöglicht werden, damit diese ihre Kinder erfolgreich begleiten und diese selbst Chancen zur Entfaltung erhalten. Wir wollen die wohnortnahe Grundschule erhalten. Wir wollen unsere Grundschüler durch kleinere Klassen und den Ausbau des Ganztagsangebots noch stärker und individueller fördern. Darüber hinaus wollen wir mit einem Beratungsangebot für alle Schüler die Voraussetzungen für eine begabungsgerechte Schulwahl verbessern. Kleinere Klassen und ein flächendeckendes Ganztagsangebot werden eine intensivere Förderung ermöglichen. Verstärkt wird vor allem die gezielte Förderung der Kernkompetenzen Deutsch, Naturwissenschaften wie Mathematik, Englisch sowie der Sozialkompetenz. Der Erhalt der humanistischen Fächer an den Schulen und Förderung und Ausbau der alten Sprachen (Latein, Griechisch) ist uns ebenfalls wichtig. Im Übrigen halten wir FREIE WÄHLER nichts davon, bildungspolitische Experimente auf den Rücken der Schüler und Lehrer auszutragen. Das heißt für uns: Keine Experimente und Zusammenlegungen von Schulformen ohne ausdrücklichen Nachweis, dass diese bildungspolitisch notwendig und effizient sind!

Wir FREIEN WÄHLER stehen zum gegliederten Schulsystem und fordern:

  • Lehrpläne, die sich auf wirklich wichtige Grund- und Allgemeinbildung konzentrieren.
  • Eine bessere Strukturierung der Anforderungen in den Klassen 1-4, d.h. weg vom Prinzip „Schmusekurs“, hin zum Leistungsprinzip als Vorbereitung auf die weitere schulische Laufbahn und das Leben.
  • Festhalten am Prinzip des Fachunterrichts durch entsprechend ausgebildete Lehrer (Wer z.B. Physik auf Lehramt studiert hat soll auch Physik unterrichten und nicht Biologie!).
  • Mehr Studienplätze für sog. Mangelfächer (Kunst, Informatik, Chemie, Physik, Latein, Griechisch etc.) schaffen.
  • begleitende Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte, die von gravierenden Veränderungen im Lehrplan betroffen sind.
  • Übergangsklassen für Flüchtlingskinder, um diese dort sprachlich auf die Regelklasse vorzubereiten.


Wir FREIE WÄHLER wollen, dass Universitäten und Hochschulen auch der Bildung von Persönlichkeit und eigenständiger Urteilskraft Platz einräumen und Muße für zweckfreies Denken erlauben. Vor diesem Hintergrund wollen wir die Modularisierung („Bologna-Prozess“) überdenken. Denn die Gesellschaft braucht nicht nur Absolventen, sondern Persönlichkeiten die in der Lage sind, Führungsfunktionen auch in Lichte der damit verbundenen Verantwortung ausüben zu können. Die Wirtschafts- und Finanzkrise der zurückliegenden Jahre hat gezeigt, dass fachliches Wissen alleine noch keine Führungsqualität ausmacht. 

Wir FREIEN WÄHLER fordern:

  • die Rückkehr zu alten Studienabschlüssen darf kein Tabu sein!
  • Abschaffung aller Genderprofessuren (bezeichnet Geschlechterforschung, die sich mit transsexuellen Theorien beschäftigt(derzeit in Mainz und Trier)) und deren Studiengänge. Das Geld kann dann in andere Bereiche fließen, wie z.B. der Ausbildung von Medizinern!
  • Lehramtsstudium berufsbezogener gestalten.
  • Studienplätze in der Medizin ausbauen.


5.3 Kita-Angebot und Ganztagsschulangebot ausbauen!

Wir FREIE WÄHLER sind geprägt vom europäischen Welt- und Menschenbild. Die Gemeinschaft aus Eltern und Kindern verdient unseren besonderen Schutz. Sie gilt es als das Fundament unserer Gesellschaft besonders zu stärken. Wir wollen mit unserer Politik Rahmenbedingungen schaffen, um ein familienfreundliches Klima herzustellen. Die Erziehung und Sorge für die heranwachsende Generation sind das natürliche Recht und die Pflicht der Eltern bzw. der Sorgeberechtigten. Der Staat soll Mütter, Väter und Sorgeberechtigte bei der Kindererziehung unterstützen. Sie müssen im Rahmen der Gesetze frei über die Gestaltung ihres Familienlebens entscheiden können. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist unser erklärtes politisches Ziel. Wir FREIE WÄHLER wollen deshalb im nächsten Landtag dafür sorgen, dass insbesondere das Betreuungsangebot für Kinder verbessert wird. Immer mehr Eltern, insbesondere alleinerziehende Mütter und Väter, sind auf ein funktionierendes Kita- und Ganztagsschulangebot angewiesen. Wer die Forderung nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf ernst nimmt, der muss dafür sorgen dass eben diese Angebote ausgebaut werden. Ohne ausreichende Kitaplätze ist es für Eltern meist kaum möglich Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Gleiches gilt für Ganztagsschulen. Die FREIEN WÄHLER fordern daher den konsequenten Ausbau von Kita- und Ganztagsschulangeboten.

5.4 Schulsozialarbeit als Pflichtaufgabe des Landes!

Darüber hinaus fordern wir FREIEN WÄHLER, dass die Landesregierung alle Schulsozialarbeiterstellen, die mit Bundesmitteln aus dem zum Ende 2013 ausgelaufenen Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes in Rheinland-Pfalz neu geschaffen wurden, in die Landesförderung zu übernehmen. Denn die Schulsozialarbeiter sind wichtige Ansprechpartner für Eltern, Schüler und Lehrer bei der Bewältigung schulischer, privater und häuslicher Probleme und Fragen. Gerade wenn beide Elternteile berufstätig sind, Kinder aus bildungsfernen Familien kommen oder die Zeit fehlt, über aufkommende Probleme – beispielsweise Lernschwächen oder Mobbing an Schulen – zu sprechen, brauchen die Kinder einen Ansprechpartner, der mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen vertrauensvoll Hilfe bietet. Zugleich entlasten die Schulsozialarbeiter die Lehrer bei der individuellen Betreuung der Schüler.