Plakat Bahnlärm6. Bahn- und Fluglärm bekämpfen

 

Dass Bahnlärm und Fluglärm zu gesundheitlichen Belastungen und Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann, gilt als sicher; insbesondere der Nachtlärm kann solche Erkrankungen hervorrufen oder verstärken. Die Menschen in Rheinland-Pfalz leiden unter der ständigen Lärmbelastung durch Bahn und Flugzeuge. Die FREIEN WÄHLER wollen im nächsten Landtag dafür sorgen, dass sich an diesem Zustand zum Wohle der Menschen in Rheinland-Pfalz endlich was ändert.

6.1 Bahnlärm bekämpfen!

Kaum eine Region in Deutschland leidet so sehr unter den Folgen des Güterverkehrs auf der Schiene wie das Rheintal und die Mosel. Die ständig zunehmende Lärmbelastung geht zu Lasten der Gesundheit der Anwohner sowie des Tourismus in der Region. Die Entwicklung des Bahnlärms im Rheintal und an der Mosel ist besorgniserregend und kann letztlich dazu führen, dass die Welterberegion unbewohnbar wird. Die Landesregierung ist gefordert, sich für eine deutliche Minderung des Bahnlärms einzusetzen und den Menschen in der Region wieder zu deutlich mehr Lebensqualität zu verhelfen. Die Solidaritätsbekundungen der Landesregierung sind Lippenbekenntnisse, denn seit Jahren steigen die Zugtaktung und die Zuglänge. Seit Jahren liegt auch der Bahnlärm weit über den Grenzwerten. Offenbar fehlt es hier einfach am Willen zur Veränderung und am Bewusstsein für die Not der Menschen vor Ort. Die beiden Eisenbahnstrecken im Mittelrheintal zählen zu den wichtigsten Güterstrecken in der westlichen Bundesrepublik und sind Teil einer länderübergreifenden Verbindung zwischen den niederländischen Nordseehäfen und dem italienischen Mittelmeerhafen Genua. Dieser Korridor soll mit der Inbetriebnahme des neuen Gotthard-Basistunnels weiter ausgebaut werden. Auf den beiden Trassen verkehren nicht nur Personenzüge, sondern auch Güterzüge, fast im Minutentakt. Deren Zuglängen nahmen in den vergangenen Jahren von 300 auf über 700 Meter zu – Tendenz weiter steigend. Ebenso werden zunehmend Gefahrguttransporte über die Strecken geführt. Diese hohe Belegung der Trassen führt zu Lärmwerten bis zu 100 dB pro Zug, was einem startenden Flugzeug entspricht; bereits Werte ab 45 dB gelten als gesundheitsgefährdend. 

Wir FREIEN WÄHLER fordern daher:

  • die Verlagerung des Transit-Güterverkehrs auf neue Trassen außerhalb der Wohnbebauung oder in Tieflagen. Der visionäre „Westerwald-Taunus-Tunnel“ könnte hier Abhilfe bringen;
  • bis effektive Lärmschutzmaßnahmen greifen, müssen Lärmschutzauflagen für den Bahnverkehr ausgesprochen und auch umgesetzt werden;
  • Nachtfahrtverbote und Tempolimits für Güterzüge als Sofortmaßnahmen;
  • Stärkeres Einbinden von Kommunen und Bürger in die Planung von Lärmschutzmaßnahmen oder Veränderungen an Bahntrassen. Die vor Ort vorhandenen Ortskenntnisse und Lärmerfahrung sind hilfreich für die Entscheidung über die optimalen Lärmschutzmaßnahmen;
  • Die Bahn muss zum Betrieb leiser Schienen und leiser Fahrzeuge veranlasst werden;
  • moderne Schienenlärmschutzmaßnahmen, wie sie an Neubaustrecken üblich sind, müssen flächendeckend ergriffen werden um den Lärm so weit wie möglich zu reduzieren;
  • Die Umrüstung auf leise Bremsen für Güterwagons muss verpflichtend sein;
  • Kosten für die Lärmschutzmaßnahmen müssen nach dem Verursacher-Prinzip getragen werden.

6.2 Transit-Güterverkehr muss raus aus dem Mosel- und Rheintal!

Wir FREIEN WÄHLER fordern darüber hinaus eine langfristige Lösung, welche die Bahnlärmbelastung im Mosel- und Rheintal effektiv verringert und die absehbare zukünftige Steigerung des Lärms verhindert.
 
Wir sind davon überzeugt, dass der Güterverkehr nicht durch den engen Mosel und Rheintalgraben führen muss. Wir fordern daher die Verlagerung des Güterverkehrs durch den Bau einer modernen Gütertrasse außerhalb der Wohnbebauung oder in Tieflagen.
 
Die Verlagerung des Güterverkehrs unter die Erde ist dabei durchaus in Betracht zu ziehen. Für das Mittelrheintal könnte der “Westerwald-Taunus-Tunnel” das Infrastrukturproblem lösen und die Menschen im Rheintal entlasten. Zur Finanzierung des Baus dieses Tunnels fordern wir FREIEN WÄHLER, intensiv um Fördermittel aus dem Infrastrukturfonds der Europäischen Union zu werben.

6.3 Fluglärm reduzieren!

Im Zuge der Globalisierung der Wirtschaft kommt dem Luftverkehr zunehmende Bedeutung zu, befriedigt er doch gestiegene Bedürfnisse nach Mobilität und raschem, weltweiten Handel mit eilbedürftigen Gütern. Mit der Liberalisierung der Luftfahrt ist er in den zurückliegenden Jahren stetig angestiegen und heute ein prägender Bestandteil der modernen Verkehrsinfrastruktur. Er gilt auch als Motor des Exports und der Wirtschaft, hat zur Schaffung neuer Arbeitsplätze geführt. Profitiert von dieser Entwicklung hat auch der Flughafen Frankfurt im Rhein-Main-Gebiet: Er wurde seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit der Startbahn West, dem Terminal 2 und der zuletzt in Betrieb genommenen Landebahn Nordwest stetig ausgebaut.
 
Doch diese Entwicklung hat auch eine Kehrseite: Der Ausbau des Flughafens hatte Eingriffe in die Natur zur Folge. Die Zunahme von Fluglärm infolge des stetigen Zuwachses an Flugbewerbungen bildet inzwischen ein erhebliches Problem für Anrainer und einen signifikanten Verlust an Lebensqualität: Dass Fluglärm zu gesundheitlichen Belastungen und Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann, gilt als sicher; insbesondere der Nachtfluglärm kann solche Erkrankungen hervorrufen oder verstärken. Weitere Folgen der Zunahme des Fluglärms rund um den Flughafen Frankfurt sind bzw. können Einschränkungen im Baurecht sein, da ab bestimmten Schallpegeln Kommunen keine Neubaugebiete mehr ausweisen und keine Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser in den Lärmschutzzonen bauen dürfen. Das begrenzt die Entwicklungsmöglichkeiten von Städten und Gemeinden nachhaltig. Davon sind in Rheinland-Pfalz die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Mainz sowie Rheinhessens besonders betroffen.

Wir FREIEN WÄHLER fordern:

  • Begrenzung der Flugbewegungen auf ein erträgliches Maß!
  • Verlagerung von Inlandsflügen auf die Eisenbahn;
  • Verhinderung von EU-Bestrebungen, die Handlungsfreiheit der Mitgliedsstaaten mit Lärmschutzfragen und Betriebsbeschränkungen auf Flughäfen einschränken;
  • Ausschöpfung aller aktiven und passiven technischen Mittel, um den verbleibenden Lärm möglichst gering zu halten sowie
  • Belastung der Verursacher des Lärms mit den durch sie verursachten externen Kosten.