Regional produziert – regional konsumiert

Wefelscheid: Umbau zu klimaresistenten Wäldern muss wirtschaftlich sinnvoll erfolgen

OBERHONNEFELD-GIEREND/KOBLENZ Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Bundestags-Spitzenkandidatin der Freien Wähler, Marianne Altgeld (Puderbach), informierte sich Stephan Wefelscheid, Mitglied des Forstausschusses der Stadt Koblenz und wirtschaftspolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz, vor Ort beim Traditions-Holzwerk van Roje in Oberhonnefeld-Gierend über dessen Arbeit und die Situation auf dem Holzmarkt.

Das 1929 gegründete Unternehmen entwickelte sich von der ursprünglichen Grubenholzproduktion und dem Holzhandel im Jahr 1966 entscheidend weiter, als ein modernes Sägewerk installiert wurde, 30 Jahre später entstand ein neues Werk in Oberhonnefeld. 2007 folgte ein Pelletwerk, im Jahr darauf das große Biomasse-Heizwerk. Diese umfangreichen Investitionen belegen einerseits die dynamische Unternehmensentwicklung, andererseits auch den wichtigen und zukunftsweisenden Einstieg in die Produktion und thermische Verwertung von regenerativen Energieträgern.

Oliver Mühmel, Geschäftsführer der Holzwerke van Roje, erläuterte den beiden Freie Wähler-Politikern, dass durch das Unternehmen in erster Linie Bauholz für die heimische Wirtschaft produziert werde. Dieses Holz sei überwiegend Nadelholz aus heimischen Wäldern. Im Hinblick auf die angespannte Nadelholzsituation berichtete Mühmel weiter, dass im Besonderen die Holzlieferungen durch die kommunalen Waldbesitzer erhöht wurden, wodurch das Holzwerk die Produktion steigern konnte. Das dürfte den Markt zumindest in der Region etwas entspannen, konstatierte Oliver Mühmel.

Stephan Wefelscheid berichtete dem Van Roje-Geschäftsführer von seinen Erkenntnissen aus dem Forstausschuss der Stadt Koblenz, wonach die heimischen Wälder nach dem Schädlingsbefall bei Nadelholz und den Sturmschäden durch Windbruch sukzessive in klimaresistente Wälder umgebaut werden sollen. Dies bedeute, so Wefelscheid, eine Reduktion des Anteils der Fichte zugunsten von Laubbäumen. Die Fichte allerdings ist die mit einem Anteil von 95 Prozent das am häufigsten verarbeitete Nadelholz.

Auf Altgelds Frage, welche wirtschaftlichen Folgen ein solcher Umbau habe, erklärte Van Roje-Geschäftsführer Mühmel, dass Laubholz überwiegend nicht zur Nutzung durch die heimische Bauwirtschaft geeignet sei. Sollte ein Umbau so erfolgen, wie er politisch angedacht wäre, müsse Nadelholz zugekauft werden. „Dies kann nicht in unserem ökologischen Interesse sein“, bilanziert Altgeld. Neben der Fichte, so Mühmel, haben sich laut wissenschaftlichen Analysen die Douglasie, die derzeit lediglich 5 Prozent Anteil an der Produktionsmenge von van Roje ausmacht, und die Weißtanne als besonders trockenresistent erwiesen. Kiefer und Lärche sind weitere nutzbare Nadelhölzer, wobei die Kiefer ausschließlich in den südlichen Landesteilen von Rheinland-Pfalz nennenswerte Vorkommen aufweist.

Als Folge dieser Aufstellung will der Abgeordnete Wefelscheid eine Kleine Anfrage im Landtag stellen, welche Nadelhölzer in den rheinland-pfälzischen Wäldern als Ersatz für die Fichte vorgesehen seien. Laut den Ausführungen des Experten Mühmel müsse dann der Anteil an Douglasie und Weißtanne erhöht werden.

„Unsere Wälder sind Wirtschaftswälder!“ Darauf weist Stephan Wefelscheid hin. „Daher müssen Wege gefunden werden, wie ein ökologischer Umbau zu klimaresistenten Wäldern auch wirtschaftlich sinnvoll erfolgen kann.“ Für den Abgeordneten ist klar, dass im ökologischen Interesse nicht sein dürfe, künftig Nadelhölzer aus Sibirien oder Kanada über die Weltmeere importieren zu müssen. Wefelscheid: „Auch hier gilt: regional produziert – regional konsumiert!“

Bild: Stephan Wefelscheid; v.l.n.r.: Oliver Mühmel, Marianne Altgeld

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