FREIE WÄHLER Trier-Saarburg kritisieren Schließung des Ehranger Krankenhauses und fordern mehr staatliches Engagement im Gesundheitsbereich

Trier. Das bei der Flutkatastrophe stark beschädigte Krankenhaus in Trier-Ehrang soll geschlossen werden. Damit geht ein weiterer Baustein der medizinischen Versorgung in der Region Trier-Saarburg verloren. Das Krankenhaus diente insbesondere auch der ländlichen Bevölkerung in der Verbandsgemeinde Trier-Land als stationäre medizinische Anlaufstelle.

„Die medizinische Versorgung für den Kreis Trier-Saarburg wird immer prekärer. Im stationären Bereich sind nur noch die Krankenhäuser in Hermeskeil und Saarburg übrig. Die Schließung des Krankenhauses in Ehrang ist ein Schritt in die falsche Richtung.“ sagt der Kreisvorsitzende der FREIEN WÄHLER Trier-Saarburg Christian Zöpfchen. „Wir müssen endlich akzeptieren, dass eine gute medizinische Versorgung nicht als gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen funktioniert. Gesundheitsvorsorge gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Staates im Rahmen der allgemeinen Daseinsvorsorge, das erfahren wir gerade und besonders in der aktuellen Situation. Die gesundheitliche Versorgung auf dem Land muss im ambulanten und im stationären Bereich dringend und nachhaltig verbessert werden, hier wird von staatlicher Seite viel zu wenig getan!“

Aus Sicht der FREIEN WÄHLER Trier-Saarburg ist eine der grundlegenden Ursachen für die Probleme im stationären Bereich die Einführung der Fallpauschalen. Dies hat zu einem großen finanziellen Druck auf die Krankenhäuser geführt, der auch in Form von immer schwierigeren Arbeitsbedingungen an das Krankenhauspersonal weitergegeben wird. Die Folge ist zum einen die faktische Unmöglichkeit für kleine Krankenhäuser im ländlichen Bereich kostendeckend zu arbeiten, zum anderen eine zunehmende Abwanderung von Krankenhauspersonal.

Auch im ambulanten Bereich stehen den ländlichen Bereichen noch schwierigere Zeiten bevor. „Die Versorgung mit Hausärzten wird auf dem Land immer löchriger“ sagt Zöpfchen. „Auch hier tut der Staat zu wenig und behindert im Gegenteil oft genug innovative und zukunftsorientierte Initiativen.“

Zustimmung erhält er dabei vom Fraktionsvorsitzenden der FREIEN WÄHLER im Mainzer Landtag Joachim Streit: „Als Landrat habe ich im Eifelkreis lange kämpfen müssen, um eine Ärztegenossenschaft zur Verbesserung der Situation bei den Hausärzten einrichten zu können. Zukunftsweisende und innovative Modelle in der medizinischen Grundversorgung müssten gefördert werden, stattdessen werden sie allzu oft behindert. Hier werden Land und Bund ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgern nicht gerecht.“

Die FREIEN WÄHLER im Kreis Trier-Saarburg werden sich intensiv für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung einsetzen. „Wir müssen neue Ideen im ambulanten Bereich entwickeln und durchsetzen“ sagt Zöpfchen. „Und wir müssen alles daransetzen, damit wenigstens die Krankenhäuser in Hermeskeil und Saarburg nicht wieder in Frage gestellt werden.“

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